Keine vorgezogenen Ostereier

Ausschnitt aus dem Wochenbericht 5/24 vom 03. Feb. 2024

(Teaser des Wochenberichts)

Am Mittwoch vertagte die FED Zinssenkungen auf unbestimmte Zeit. Die Kapitalmärkte sind wenig beeindruckt. Aktienindizes beenden die Woche vielfach auf Alltime-Höchstständen. Die Marktbreite ist wiederum sehr gering.
Die Berichtssaison hat ihren Zenit überschritten, es gab die üblichen Ausreisser zur Ober- und zur Unterseite. Bayer und Aflac sind deutlich preiswerter geworden. Und dennoch könnten die Unterschiede größer nicht sein.

Optionshandel

Als DAX- und EuroStoxx-Wert weist die Bayer-Aktie einen liquiden Optionshandel auf. Die implizite Volatilität ist in der vergangenen Woche von ca. 30 auf fast 40 Prozent gestiegen. Der jüngste Preisrutsch hat die Nachfrage nach Absicherungen also deutlich belebt. Der Anstieg der Volatilität ist aber auch der Unsicherheit vor der Bekanntgabe der Ergebnisse 2023 am 5. März geschuldet.

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Abbildung 4: Entwicklung der impliziten Volatilität für die Bayer-Aktie

Im Grunde ist die Bayer-Aktie aktuell ein ideales Underlying für den Optionshandel. Die Unsicherheit ist groß, der Titel hat gerade einen großen Preissprung hinter sich, zudem steht die Verkündigung der Dividende vor der Tür. Interessant auch: Trotz der Flut schlechter Nachrichten hat das Bayer-Management bislang keine Gewinnwarnung veröffentlicht. Schließlich und Endlich ist da noch der Faktor Politik. Ein Scheitern eines deutschen Großkonzerns würde aktuell nur der AFD in die Hände spielen.

Bis zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2023 wäre eine Kurserholung eine faustdicke Überraschung. Weitere Verkäufe durch institutionelle Investoren sind allein wegen des drohenden Ausschlusses aus dem EuroStoxx 50 wahrscheinlich. Die hohe Volatilität ist bei diesem Wert tatsächlich gerechtfertigt.

Auf dem aktuellen Preis- und Volatilitätsniveau bietet sich ein weiter Strangle mit einer mittleren Laufzeit an, der die Optionsprämie fast unabhängig von den Tagesschwankungen der Aktie rasch abbaut.