Heimspiel

Ausschnitt aus dem Wochenbericht 46/25 vom 15. Nov. 2025

(Teaser des Wochenberichts)

Die vergangene Woche hielten einige DAX-Konzerne die Finanzwelt in Atem. Bayer, Siemens, Infineon, Siemens Energy, RWE: Alle legten ihre Bilanzen vor. Zahlen lügen bekanntlich nicht. Die Preisentwicklungen der Aktien nach den Ad-hoc-Statements ist bezeichnend.

Bayer Handelssystem

In der vergangenen Woche legte das Bayer-Management Q3-Zahlen vor. Die Preisentwicklung der Aktie ist ein Spiegel der Wertwahrnehmung der Management-Leistung.

Abbildung 3: Wert­ent­wicklung des Bayer-Handels­systems (5 Kontrakte, 10 k$ Kapitalbindung) und Preisentwicklung der Aktie (unten)

#&160;

Das Handelssystem profitiert überproportional von der Erleichterungs-Rallye. Zur Wahrheit gehört (leider) auch, dass sich im Vorfeld deutliche Risiken aufgebaut hatten. Konkret bauten sich mit dem sinkenden Aktienpreis vor der Veröffentlichung des Zahlenwerks typische Stillhalterrisiken in Form einer stetig steigenden Partizipation des Handelssystems an Veränderungen des Marktpreises der Aktie. Auf Deutsch: Trotz fallender Marktpreise hielt das Handelssystem eine Überzahl an Put-Optionen, die immer deutlicher an Preisveränderungen teilnahmen, in der Spitze hebelte die Strategie die Preisentwicklung der Aktie mit 1,9. Im Schaufenster kann dies in den Monatsübersichten nachvollzogen werden: Nov. 25 und Dez. 25.

Nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse reduzierte sich das Risiko sprunghaft.

Am Freitag gehörte die Aktie mit einem Tagesergebnis von -5% zu den Tagesverlierern in Europa. Das Handelssystem konnte dank der kurzfristigen Preisrallye trotzdem wieder in den normalen Risikobereich versetzt werden.

Das Kalenderjahr ist für das Bayer-Handelssystem nahezu beendet. Es ist noch eine defensive Option mit Fälligkeit im Dezember offen. Dessen Wahrscheinlichkeit für eine wertlose Ausbuchung beträgt 85%.

Zeit für ein Zwischenfazit.

  • Ziel des Handelssystems ist eine ordentliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals, mindestens jedoch die Dividendenrendite.
  • Das Handelssystem verbuchte Erträge in 11 Optionsfälligkeiten. Einzig im Januar-Verfall steht ein Verlust in den Büchern.
  • Die Aktie kostete im Januar 20 €. Nach den Zahlen am Donnerstag schoss sie kurzzeitig auf 30 €.
  • Das Handelssystem (5 Kontrakte) erwirtschaftete bei einem Drawdown von 1.000 € 2.815 + 651 = 3.466 € Ertrag, 693 € pro Kontrakt.
  • Die Margin-Anforderung für das Handelssystem (5 Kontrakte) beträgt durchschnittlich 5.000 €.
  • Die Jahres-Rendite bezogen auf die Margin-Belastung ermittelt sich (einschließlich der offenen Bucherträge) zu fast 70 %.

Wie geht es weiter? Nachdem die Risikopositionen geschlossen sind, nutzt das Handelssystem die aktuell sehr hohe Volatilität der Aktie (siehe Put Dez) für den Aufbau defensiver Spreads im Februar- und März-Verfall. Da das Management eindringlich vor weiteren Prozessrisiken mit Glyphosat-Geschädigten gewarnt hat (Rückstellung 1 Mrd. €), ist die Preisoberseite absehbar »vergattert«. Der rasche Abverkauf der kleinen Rallye nach den Unternehmenszahlen spricht Bände. Nach unten scheint die Aktie dank der immer noch vorhandenen Turnaround-Phantasie gut abgesichert. Außerdem handelt sie immer noch mit einem deutlichen Abschlag zum fairen Wert.

Quintessenz: Das Bayer-Handelssystem betreibt Volatility-Harvesting.